Sonntag, 10. September 2017

Ich habe eine Panikattacke - Jetzt!

Ich war nicht sicher, ob ich es wirklich tun soll. Gerade jetzt, während ich dies schreibe, habe ich eine Panikattacke. Ich weiß wirklich nicht, ob es eine gute Idee ist, aber vielleicht kann ich einigen Leute helfen, diese Krankheit besser zu verstehen. Und vor allem, was eine Person fühlt während einer Panikattacke. Es begann vor etwa 10 Minuten, einfach so, ohne Trigger. Ich lag mit meinem Hund unter der Decke und sah fern. Plötzlich wurde ich unruhig, mein Herz schlug schneller, und mir wurde schwindlig. Ich musste sofort aufstehen  und dann fing das Zittern an. Ich wusste genau, was als nächstes kommen würde ... Wovor ich am meisten Angst habe ..., die Übelkeit die ich jeden Tag habe, wurde stärker . Das ist das Schlimmste für mich weil ich ein Emetophobiker bin. Das heißt, ich habe Angst vor Erbrechen. In dieser Phase hilft nur eins: Ablenken! Egal wie. Ich spiele meistens Denkspiele dem IPhone dann beschäftigt sich mein Kopf nicht nur mit der Angst. Leider klappt das  nicht immer,so wie heute. Ich laufe durch die Wohnung, meine Atmung ändert sich, und die Angst wächst unermesslich in kurzen Abständen. Der einzige Gedanke ist: Wann wird es aufhören? Ich will das nicht mehr! Warum ich? Was habe ich gemacht? Ich werde nie eine Antwort auf diese Fragen bekommen, weil es keine gibt. Seit fast 16 Jahren, kämpfe ich damit,  jeden verdammten Tag ist mir schlecht, durchgehend, IMMER. Und jetzt ist es so schlimm, dass ich weglaufen möchte .... Aber was bringt mir das? Richtig, nichts! Ich versuche, zu kämpfen, nicht von der Panik überwältigt zu werden. Es kostet Kraft, sehr viel Kraft und ich will nur schlafen, aber die Angst lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Die letzte Attacke dauerte fast 4 Stunden, ich hoffe, es wird heute nicht so lange dauern. Es fühlt sich an , als würde jemand anderes die Kontrolle über meinen Körper übernehmen um mich zu quälen. Ich fühle mich hilflos und zugleich bin aggressiv gegenüber jedem, der mich in dieser Situation anspricht. Meine Familie kann mittlerweile gut damit umgehen und  lässt mich dann in Ruhe. Leider gibt es immer noch viele Menschen, die sagen: „Stell dich nicht so an“ oder „Du wirst schon nicht sterben“. Das hilft den Betroffenen nun auch nicht weiter. Also bitte liebe Mitmenschen: Wenn ihr jemanden in der Familie oder im Freundeskreis habt, der Panikattacken oder andere psychische Erkrankungen hat, beschäftigt euch mit dem Thema  und zeigt ein wenig mehr Verständnis! Vielen Dank fürs Lesen.

Dieser kleine Junge ist immer an meiner Seite und ohne ihn, wüsste ich nicht wo ich jetzt wäre .... 

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